LinkedIn Unternehmensseite optimieren: So wird die Company Page zum Entscheidungsort im Employer Branding

Ramona Fäustle
Ramona Fäustle
Marketing Manager
,
Mozaik
Zuletzt aktualisiert:
26.5.2026
Veröffentlicht am:
26.5.2026

Inhalt

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LinkedIn Unternehmensseiten sind nicht tot — aber sie funktionieren anders. So nutzen Unternehmen ihre Company Page strategisch für Employer Branding, Recruiting und Vertrauen.

„Unternehmensseiten auf LinkedIn sind tot.“

Diesen Satz hört man seit 2025 bereits regelmäßig. Und ja: Wer auf Reichweite allein schaut, könnte schnell zu diesem Schluss kommen: Nur 2% des Feeds ist organischer LinkedIn Content von Company Pages und die Engagement Rate ist auf 5,2% gesunken.

Persönliche Profile performen oft deutlich besser, während Unternehmensbeiträge organisch begrenzter ausgespielt werden.

Wie geht es also mit der LinkedIn Unternehmenseite 2026 weiter? Lohnt es sich, diese überhaupt noch zu pflegen?

Die kurze Antwort: Ja. Denn sie hat heute eine andere Rolle als noch vor ein paar Jahren. Sie ist nicht mehr der primäre Reichweitentreiber — aber sie ist ein zentraler Entscheidungsort in der Candidate Experience und somit ein wichtiger Faktor im Employer Branding und Recruiting.

Aber was bedeutet das für die KPIs der Unternehmen und wie optimiere ich meine Company Page, um sie bestmöglich zu nutzen? All das erfahrt ihr in diesem Artikel.

Lohnt sich eine LinkedIn Unternehmensseite noch heute?

Warum Unternehmensseiten auf LinkedIn weniger Reichweite bekommen

Dass LinkedIn-Unternehmensseiten heute oft weniger Reichweite erzielen als persönliche Profile, hat im Kern zwei Gründe: der Algorithmus und das Nutzerverhalten.

Der Algorithmus:

LinkedIn bewertet Inhalte längst nicht mehr nur nach Likes, sondern vor allem danach, ob ein Beitrag wirklich Aufmerksamkeit bindet — also ob er gelesen, kommentiert oder gespeichert wird.

Das Nutzerverhalten:

Gleichzeitig reagieren Menschen auf LinkedIn deutlich stärker auf Inhalte von anderen Menschen als auf Inhalte von Unternehmen. Persönliche Profile erzeugen eher Diskussionen, mehr Nähe und mehr Interaktion.

Die neue Rolle der Company Page: Zielpunkt im Employer Branding

Ja, LinkedIn hat sich stark verändert.

Trotzdem wäre es ein Fehler, die LinkedIn Unternehmensseite abzuschreiben – solange Unternehmen verstehen, wie sie ihre Seite heute einsetzen müssen.

Also ein liebevolles “Ohren auf” an alle HR-, Employer-Branding- und Marketing-Teams!

Die Unternehmensseite ist nicht mehr in erster Linie Startpunkt. Sie ist Zielpunkt. Menschen kommen heute häufig über Corporate Influencer, Mitarbeitende oder persönliche Inhalte auf eine Company Page.

Wenn potenzielle Bewerbende oder Interessierte also über Mitarbeitende auf das Unternehmen aufmerksam werden, landen sie früher oder später fast immer auf der Unternehmensseite. Dort suchen sie dann keine Sales Pitches, sondern Orientierung, Bestätigung und Nahbarkeit.

“Wird das Gefühl, dass mir die Privatperson über das Unternehmen gegeben hat, bestätigt? Ist es dort wirklich so toll zu arbeiten wie alle sagen? Kann ich dort genauso verwirklichen und spannende Projekte übernehmen?”

Und irgendwann fällt dann die zentrale letzte Frage: Passt dieses Unternehmen wirklich zu mir?

Das heißt: Die Unternehmensseite muss weniger „laut und viral sein“, sondern viel mehr Einblicke geben und mit Inhalten überzeugen.

Welche Rolle die Company Page im Employer Branding spielt

Wenn Menschen auf eine LinkedIn-Unternehmensseite kommen, verfolgen sie meist ein klares Ziel – auch wenn es ihnen nicht immer bewusst ist. Sie sind im Entscheidungsprozess und suchen nach Antworten.

Diese lassen sich in 3 Säulen einteilen.

  1. Einordnung: Wofür steht das Unternehmen?
    Im ersten Schritt wollen Menschen verstehen, was das Unternehmen konkret macht und welchen Mehrwert es bietet. Eine klar positionierte Unternehmensseite mit wiederkehrenden Themen, einem gepflegten Profil und relevanten Inhalten hilft dabei, diese Orientierung schnell zu geben.
  2. Bestätigung: Passt das Gesamtbild zusammen?
    Oft kommen Besuchende über Beiträge von Mitarbeitenden auf die Seite. Deshalb prüfen sie im nächsten Schritt, ob das dort vermittelte Bild auch zur Unternehmensseite passt. Stimmen Tonalität und Inhalte überein? Gibt es echte Einblicke oder nur klassische PR? Konsistenz schafft hier Vertrauen – und entscheidet darüber, ob das Interesse bestehen bleibt.
  3. Vertiefung: Wie ist es wirklich, dort zu arbeiten oder mit dem Unternehmen zu interagieren?Erst danach geht es tiefer: Besuchende wollen verstehen, wie Arbeitsweisen, Kultur und Zusammenarbeit tatsächlich aussehen. Hier helfen unterschiedliche Content-Formate, konkrete Beispiele und Perspektiven aus dem Team dabei, ein realistisches Bild zu vermitteln – und ermöglichen echtes Match-Making.

Warum viele LinkedIn Unternehmensseiten trotzdem nicht funktionieren

Das Problem ist selten, dass Unternehmen gar nichts posten. Das Problem ist, wie sie posten.

Durch die sinkende Priorisierung und die sinkenden Reichweiten wird einfach wenig Zeit und Liebe in die Company Pages gesteckt.

  • Pressemitteilungen werden 1:1 übernommen
  • Stellenanzeigen werden nur als Link geteilt
  • Beiträge werden mit KI geschrieben und wirken austauschbar und formal
  • es fehlen Gesichter und echte Perspektiven hinter der Marke
  • Unternehmensseite und persönliche Profile wirken wie zwei getrennte Welten

Das hat zur folge, dass Besuchende sich nicht zurechtfinden, sich nicht wiederfinden und vor allem nicht ihre Fragen beantwortet bekommen.

Was eine gute LinkedIn Unternehmensseite heute leisten muss

Eine gute Company Page muss sich von klassischer PR-Kommunikation lösen. Sie muss sich eher wie ein relevanter, professioneller, aber persönlicher Kanal anfühlen.

Oder anders gesagt:
Brands need to act like people.

Das bedeutet, dass die Inhalte zugänglich, verständlich, einordnend und nahbar sein müssen.

Die drei wichtigsten Hebel zur Optimierung der LinkedIn Unternehmensseite

1. LinkedIn Banner strategisch nutzen

Der Banner ist die größte kostenlose Fläche auf der Unternehmensseite.

Ein gutes Banner kann:

  • die Arbeitgebermarke sichtbar machen
  • Mitarbeitende zeigen (statt Stockfotos)
  • aktuelle Kampagnen oder Events aufgreifen
  • thematische Schwerpunkte verdeutlichen
  • sofort ein Gefühl für Kultur und Positionierung vermitteln

Gerade im Employer Branding lohnt es sich, hier nicht nur ein schönes Motiv zu platzieren, sondern einen echten kommunikativen Einstieg.

2. Den LinkedIn Infotext mit Leben füllen

Der Infotext eurer Unternehmensseite ist oft der erste Berührungspunkt für potenzielle Bewerbende oder Kund:innen.

Das muss in den Infotext:

  • Positionierung + Mission: Der erste Satz muss sitzen. Startet mit einem Satz, der eure Mission auf den Punkt bringt: Was macht ihr, für wen und warum?
  • Leistungen: Beschreibt kurz und konkret, womit ihr euch beschäftigt und was ihr anbietet.
  • Arbeitgeberprofil: Zeigt, was euch als Arbeitgeber ausmacht: Werte, Arbeitsweise und Einblicke in eure Kultur.
  • Call-to-value: Macht deutlich, was andere bei euch bekommen und lernen können. (Achtung: Kein klassischer Call-to-Action.)
  • Pflicht: Impressum: Denkt daran, am Ende einen Impressumslink einzufügen.

3. Den LinkedIn Fokusbereich nutzen

Viele Unternehmen übersehen diese Funktion komplett. Dabei lassen sich auch auf der LinkedIn Unternehmensseite im Fokusbereich bis zu drei wichtige Inhalte prominent anpinnen.

Ideal sind:

  • ein starkes Employer-Branding- oder Imagevideo
  • ein Beitrag mit echtem Einblick in People, Kultur oder Jobs
  • ein aktuelles Event, das zeigt, mit welchen Themen ihr euch beschäftigt

So wird die Unternehmensseite sofort greifbarer und deutlich nützlicher für neue Besucher:innen.

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Warum Video auf Unternehmensseiten ein Must-Have ist

Video schafft etwas, das viele Company Pages sonst nur schwer vermitteln: Persönlichkeit.

Und da die Unternehmensseite besonders fürs Employer Branding wichtig ist, ist das Format Video mittlerweile ein Must-Have. Menschen wollen Menschen sehen. Und dafür reicht ein Foto mittlerweile nicht mehr aus.

Ein gutes Video kann zeigen:

  • wie Menschen im Unternehmen sprechen
  • wie Arbeitsumgebungen aussehen
  • wie sich Kultur anfühlt
  • was dich in den Jobs wirklich erwartet

Wichtig dabei: Es muss nicht immer hochglanz produziert sein. Gerade auf LinkedIn funktionieren Formate oft besser, wenn sie klar, nahbar und glaubwürdig sind.

Außerdem: Verweildauer und Interaktion sind gut für den Algorithmus. Ist auf den ersten Blick ein Video zu erkennen, können Besuchende daraufklicken, verweilen und langsam in deine Seite eintauchen.

In einem anderem Artikel zeigen wir dir 6 konkrete Videoserien für deine LinkedIn Unternehmensseite, die wirklich funktionieren und die du direkt 1:1 übernehmen kannst.

Mit dabei: Fact Friday, Jobvorstellungen, Follow me around, Speed Dating mit dem Team und Culture Check!

Wie Unternehmensseite und Corporate Influencer zusammenwirken sollten

Die größte Wirkung entsteht nicht durch die Unternehmensseite allein und auch nicht durch Corporate Influencer allein. Der Hebel liegt im Zusammenspiel.

So funktioniert es gut:

  • Mitarbeitende erzeugen Aufmerksamkeit und Nähe
  • die Unternehmensseite bestätigt und vertieft
  • beide greifen ähnliche Themen auf
  • beide sprechen in stimmiger Tonalität
  • Unternehmensseite kommentiert relevante Beiträge von Mitarbeitenden
  • Mitarbeitende verstärken relevante Unternehmensinhalte

Dieses Zusammenspiel wird in vielen Unternehmen noch unterschätzt. Dabei entstehen genau hier Synergien, die Sichtbarkeit nicht nur erhöhen, sondern auch glaubwürdiger machen.

Diese KPIs solltest du für deine LinkedIn Unternehmensseite tracken

In 2026 sind vor allem Kommentare die wertvollste KPI — sogar deutlich stärker als reine Likes. Das gilt insbesondere dann, wenn es sich um ergänzende, inhaltlich starke Kommentare handelt.

Ebenso relevant sind Speicherungen, weil sie ein starkes Signal dafür sind, dass ein Beitrag Substanz hat und nicht einfach weitergescrollt wird.

Also:

  • Engagement Rate,
  • Anzahl und Qualität der Kommentare,
  • Speicherungen
  • Anschlussreaktionen wie Profilbesuche, Bewerbungen oder konkrete Anfragen.

Gerade im Employer Branding zeigt sich Wirkung oft nicht in einer einzelnen Kennzahl, sondern daran, dass Inhalte Gespräche auslösen und Vertrauen aufbauen.

Fazit: Die LinkedIn Unternehmensseite ist nicht tot, sondern muss beim Employer Branding mitgedacht werden

Unternehmensseiten auf LinkedIn haben heute eine andere Funktion als früher. Sie sind nicht mehr primär dafür da, Reichweite zu generieren. Sie sind dafür da, Interesse zu bestätigen, Relevanz zu vertiefen und Vertrauen aufzubauen. Die Company Page muss weiterhin bespielt werden, aber mit einer anderen Prio und mit anderen KPIs.

Für Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden heißt das: Die Company Page muss nicht gegen persönliche Profile arbeiten, sondern mit ihnen. Wer Mitarbeitende sichtbar macht und gleichzeitig eine überzeugende Unternehmensseite aufbaut, schafft einen konsistenten Auftritt entlang der gesamten Candidate Journey.

Nicht die Frage „Corporate Influencer oder Unternehmensseite?“ bringt Unternehmen weiter — sondern die Frage, wie beides strategisch zusammenspielt.

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