In die Köpfe der Bewerber:innen kommen – mit zielkandidatenspezifischer Ansprache im Recruiting

Gastbeitrag von: Marco Montazem
Gastbeitrag von: Marco Montazem
Gründer & Geschäftsführer
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Pineapple Consulting
In Zeiten des digitalen Wandels und des stetig intensiver werdenden Konkurrenzkampfes um die besten Köpfe ist es wichtiger denn je, sich im Recruiting professionell aufzustellen. Ein wichtiger Schlüssel für erfolgreiches Recruiting ist es, seine Zielkandidat:innen in der Tiefe zu verstehen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. In diesem Beitrag erklärt Marco Montazem, Gründer und Geschäftsführer von Pineapple Consulting, welchen Vorteile zielkandidatenspezifische Inhalte für Unternehmen im Recruiting haben und welche Rolle Videos dabei spielen.

In Zeiten des digitalen Wandels und des stetig intensiver werdenden Konkurrenzkampfes um die besten Köpfe ist es wichtiger denn je, sich im Recruiting professionell aufzustellen und mehr Ressourcen in das Gewinnen von Fachkräften zu investieren. Marco Montazem, Gründer & Geschäftsführer von Pineapple Consulting, weiß worauf es dabei ankommt und erklärt in diesem Beitrag, wie dir die zielkandidatenspezifische Ansprache gelingt und welche Rolle Videos dabei spielen.

Den heiligen Gral für sich zu entdecken, ist jedoch nicht möglich, dafür gibt es einfach zu viele Stellschrauben, an denen gedreht werden kann. Eines allerdings ist sicher im Recruiting. Wenn ihr euch auf folgende 4 Säulen konzentriert, habt ihr eine erfolgreiche Mitarbeitergewinnung:

  1. Kommunikation: Positives Bild nach innen & außen durch eine attraktive Arbeitgebermarke (Employer Branding)
  2. Botschaft: Ausarbeitung der Candidate Personas und Formulierung der zielkandidatenspezifischen Ansprache
  3. Platzierung: Identifikation der richtigen Kanäle und Maßnahmen, zur direkten Gewinnung von Bewerbungen
  4. Prozesse: Aufbauen von modernen und automatisierten Bewerbungsprozessen

Die wenigsten Unternehmen erkennen, dass sie mit ihren Personalmarketing-Maßnahmen (Punkt 3) nicht mehr richtig in die Köpfe der Bewerber:innen kommen. Die Budgets für Stellenanzeigen werden immer größer, die Reichweiten wachsen zwar – doch trotzdem sinkt die Resonanz auf die Ausschreibungen.

Der Grund ist ein ganz einfacher: Für viele Firmen ist es immer noch schwer, Kandidat:innen spezifisch anzusprechen und zu triggern.

Doch was genau bedeutet das? Wenn ich von „spezifischen Inhalten“ spreche, meine ich Content, der direkt auf den/die Zielkandidat:in zugeschnitten ist. Das heißt, es geht nicht nur um das Formulieren von Benefits oder wie großartig das Arbeitsklima und die Kolleg:innen sind. Es geht darum, seine Zielkandidat:innen in der Tiefe zu verstehen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Mit zielkandidatenspezifischen Ansprachen, werden Bewerber:innen perfekt abgeholt, was eine höhere Bewerbungsrate zur Folge hat.

Kandidat:innen richtig ansprechen – worauf kommt es an?

Viele Unternehmen kratzen bei der richtigen Ansprache nur an der Oberfläche. Auch wenn beim Employer Branding tolle Benefits für neue Mitarbeiter:innen ausgearbeitet wurden, nicht jeder möchte eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder ein Geschäftsauto. Es gibt ja schließlich auch diejenigen, die gerne zu Hause trainieren oder mit dem Rad statt des Autos zur Arbeit fahren. An diesen zwei simplen Beispielen merkst du schon, dass nicht jeder Vorteil an jede/n Bewerber:in gerichtet werden kann.

Um ein besseres Verständnis für die eigenen Zielkandidat:innen zu bekommen, stell' dir doch mal folgende Fragen:

  • Wie können wir Kandidat:innen personalisierter ansprechen?
  • Welches Problem können wir für bestimmte Kandidat:innen lösen?
  • Wie können wir Kandidat:innen emotional ansprechen?
  • Was wünschen sich Kandidat:innen privat und beruflich?   

 

Na, schon ein bisschen ins Grübeln gekommen? Gut so!

Nur wenn es dir gelingt, Kandidaten:innen auf einer persönlichen und emotionalen Ebene anzusprechen, hast du eine Chance, ihn/sie für dein Unternehmen zu gewinnen. Notiere dir vorab alles, was du über deine Zielkandidat:innen weißt. Die sogenannten Candidate Personas, helfen dir, deine Zielkandidat:innen besser zu verstehen und die richtigen Maßnahmen daraus abzuleiten. Eine gute Vorlage zur Erstellung von Candidate Personas liefert Personio.

Wie formuliere ich eine zielkandidatenspezifische Stellenanzeige?

Jede/r hat seine eigenen Motive, Werte und Visionen, wenn es darum geht, den richtigen Arbeitgeber zu finden. Können wir als Unternehmen diese erfüllen, haben wir eine reelle Chance auf einen vollen Posteingang mit Bewerbungen.

Beispiel: Melanie

Steckbrief von Candidate Persona Melanie

Zielkandidat:in:

Eine 35-jährige Mutter lebt mit ihrem Ehemann und dem gemeinsamen 3-jährigem Sohn auf dem Land in einem schönen Haus mit Garten. Da ihr Sohn nun in den Kindergarten kommt, möchte sie wieder Teilzeit als Social Media Managerin anfangen und bewirbt sich.

Fragestellung:

Was ist der Mutter beim Wiedereinstieg ins Berufsleben wichtig?

Lösung:

  • Flexibles Arbeiten mit freier Zeiteinteilung
  • Homeoffice mit moderner Ausstattung (Laptop)
  • Zuschuss zum Kindergarten oder Kindergartenplatz, falls noch nicht gefunden

Erkenntnis:

Es braucht nicht immer 26 Benefits, die in einer Stellenanzeige runtergebetet werden. Es reichen 3-4 Benefits, zugeschnitten auf den/die Bewerber:in.

Beispiel: Sven

Steckbrief von Candidate Persona Sven

Zielkandidat:in:

Ein 22-Jähriger ist gerade mit seinem Studium fertig geworden. Da er nun voll ins Leben eintauchen möchte, zieht er in die Großstadt, wo er neue Leute kennenlernen und sich als Softwareentwickler in einem innovativen Unternehmen beweisen und weiterentwickeln möchte.

Fragestellung:

Was ist dem jungen Entwickler beim Start ins berufliche Leben wichtig?

Lösung:

  • Herausfordernde & spannende Projekte mit innovativen Ideen
  • Berufliche Perspektiven & Weiterbildungsangebote
  • Modernes Büro & Ausstattung
  • Jobrad oder Zuschuss für die öffentlichen Verkehrsmittel

Erkenntnis:

Dieses Stellenprofil fordert ganz andere Benefits, als die genannten im Beispiel von Melanie. Homeoffice kann hier natürlich auch wichtig sein, hat aber nicht einen so hohen Stellenwert.

So verpackst du persönliche Vorteile für Mitarbeiter:innen in emotionale Recruiting Videos

Wenn du jetzt deine Candidate Personas und die zielkandidatenspezifischen Stellenanzeigen ausgearbeitet hast, geht es im letzten Schritt darum, die richtige Botschaft über ein passendes Format zu kommunizieren. Dafür eignen sich Texte mit Bildern, oder natürlich ein Video, denn so lässt sich auf emotionale Art und Weise die Stellenanzeige zum Beispiel über eine Facebook-Werbeanzeige transportieren.

Über ein Video können die Identität der Firma, die Benefits für gewisse Mitarbeitergruppen persönlich und nahbar kommuniziert werden.

Ein Video ist schon ein großer Vorteil in einer authentischen Ansprache von zukünftigen Mitarbeitenden, dies gepaart mit dem Klang einer Stimme und einer sich bewegenden Mimik, öffnet den Weg zu guten Bewerber:innen. Stichwort: Emotionalität.

Niemand möchte mit oder für unbekannte Gesichter in einem großen Büro arbeiten. Wer aber schon weiß, mit welchen Kolleg:innen er oder sie es zu tun bekommt und wie der/die zukünftige Vorgesetzte tickt und klingt, fühlt sich dem Unternehmen schon sehr viel näher, oder?

Genauso kann eine Führung durch das Gebäude, bereits einfacher, glaubhafter und sympathischer wiedergeben, wie die Arbeitsumgebung sein kann, als eine ellenlange Stellenanzeige mit sämtlichen Benefits. Weitere Ideen für Recruiting Videos, die du einfach umsetzen kannst, findest du in unserem kostenlosen Whitepaper "Mit kurzen Videos zum Erfolg".

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Bewerber:innen legen wert auf Vertrauen & Transparenz

Gehalt ist bei Mitarbeiter:innen zwar immer noch wichtig, steht aber nicht mehr an erster Stelle. Wertschätzung erfahren, in einer unterstützenden Umgebung zu arbeiten und dass es ein Kollektiv gibt, sind wichtigere Punkte.

Was den Bewerbungsprozess angeht, ist das Schaffen von Vertrauen und der Aufbau einer Beziehung zwischen Bewerber:innen und Unternehmen essenziell für eine positive Candidate Experience. Gleichzeitig bekommt die Unternehmenskultur bzw. der Wunsch nach persönlicher Passung mit der Unternehmenskultur einen immer größeren Stellenwert. Kandidat:innen erwarten heute eine möglichst kurze Bearbeitungsdauer der Bewerbung und verlangen fundierte Informationen zur angestrebten Tätigkeit. Sie fordern Transparenz im gesamten Bewerbungsprozess und möchten eine/n persönliche/n Ansprechpartner:in haben.

Fazit

Direkte Maßnahmen wie Stellenanzeigen, Social Media Posts oder Werbeanzeigen sind die Werkzeuge, die direkte Ergebnisse bringen. Mit schlechten und nicht zielkandidatenspezifischen Inhalten bleiben die Ergebnisse allerdings oft aus oder unbefriedigend.

Wer sich als attraktiver Arbeitgeber positioniert und genau weiß, was Bewerber:innen wollen, der wird das Recruiting-Gamerocken, wie die Beatles die Bühnen in den 60er Jahren.

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